Porträt über Renoir Mussyé

Voyage Imaginaire

Zum Werk von Renoir Mussyé

        von Dr. Barbara Aust-Wegemund, Kunsthistorikerin

Planets VI 07

Renoir Mussyé, Detail aus der Serie Planets VI 07, 2017

Mischtechnik, Modelierpaste/ Styropor/ Acrylfarben

Renoir Mussyé kann man als wahren Forscher und Entdecker in der Kunst bezeichnen. Er hat eine ganz eigene, feinsinnige, lyrische Bildsprache geschaffen und bezeichnet sich selbst als detailversessen. Wer ist dieser Ausnahme-Künstler und was zeichnet sein Werk aus?

  

Planets VI 07

Renoir Mussyé, Detail aus der Serie Planets VI 07, 2017

Mischtechnik, Modelierpaste/ Styropor/ Acrylfarben

Die Arbeiten von Renoir Mussyé sprechen für sich, denn Malerei und Plastik entwickeln eine automone Formensprache, welche die Grenzen des tradierten Rahmen sprengt: “Da ich gerne mit der Unendlichkeit eines Kreises arbeite, ist eine 3D Kugel eine Erweiterung dessen. Sich nicht nur auf das Ende einer Leinwand zu begrenzen, sondern seiner Fantasie vollen Lauf zu lassen. Ich bin da sehr detailversessen.”

Renoir Mussyé, der in Stuttgart lebt und 2017 für den Palm Art Award nominert wurde, sieht sich selbst als einen Künstler, der immerfort nach Neuem sucht, auf dem Weg, “der leeren Leinwand neues Leben einzuhauchen”.

In seiner neuen 3D-Serie Planets wendet sich Renoir Mussyé (Jahrgang 1984) leuchtenden Rot-, Gelb-, und Grüntönen zu. Die Auswahl der Farben erfolgt spontan, stimmungsabhängig, ohne vorgefaßten Plan. Verstärkt wird der intuitive und gleichsam akribische Arbeitsprozess durch die Verwendung reliefartiger Strukturen, die über die Oberflächen mäandern. Tatsächlich ist die Tendenz zum plastischen Arbeiten, das Spiel mit Strukturen, rauhen Oberflächen, die aufbrechen und sich wieder schließen, ein Dreiklang aus Explosion, Implosion und Dynamik eine Kontante im Werk des Künstlers.

Mars II

Renoir Mussyé, Mars II, Acryl/ Mischtechnik auf Leinwand, 2017

In den Leinwandarbeiten Mars II als auch bei Lo desconocido (Der Unbekannte) erinnert die Formensprache an zentrifugale Kräfte, die je nach Druck und Ausgeglichenheit dynamisch auf die Bildmitte wirken. Fortwährend ist Mussyé auf der Suche nach einem ästhetischen Gleichgewicht gegensätzlicher Faktoren: Zeichnung und Malerei, Dichte und Transparenz, Fläche und Raum, Innen und Aussen.

In seinen Arbeiten gelingt es ihm auf subtile Weise, diese gegensätzlichen Kräfte in eine interaktive Beziehung zu führen, sie miteinander zu verflechten und so eine intime Aura zu kreieren.

lo desconocido

Renoir Mussyé, Lo desconocido, Acryl auf Leinwand, 2017

In der Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung von Farbe, Form, Oberfläche und Licht laden die Werke den Betrachter zu unterschiedlichen Erlebnissen ein: vom intellektuellen Dialog bis zur emotionalen Überwältigung einer imaginären Reise. Die Kunst ist Tausende Jahre alt, doch Renoir Mussyé hat noch viel zu erzählen. Mit Blick auf die Zukunft sollten wir uns auf einen vielversprechenden Künstler mit Potential, mehr noch, auf eine Explosion von Kreativität einstellen.

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